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Eine heilsame Frage

Im Versuch, vor dem Leben sicher zu sein, schließen wir es ( von uns ) aus.
Voller Unwägbarkeiten und Gefahren ist das Lebendige. Es wandelt sich ständig. Unvorhersehbar und ungeachtet aller Vorsicht. Leben setzt sich immer durch. Mal sanft, mal gewaltig, aber immer unbedingt! Es ist nicht zu beherrschen oder zu verhindern. Wenn wir versuchen, es zu bezähmen, findet es neue Wege hervorzubrechen. Wir sehen das in der gesamten Flora und Fauna, im Lauf eines Flusses oder im Wachstum unserer Zellen. Überall ist diese unbändige Kraft, die sich selbst erhält – egal was Mensch tut.
Das Leben zeigt sich in Aufbau und Zerstörung. In der Mutation von Viren ebenso wie im Verschmelzen zweier Zellen. In der Geburt einer Herdentiers ebenso, wie zwischen den Zähnen eines Löwen.
All das ist viel größer als wir, größer als das, was wir denken oder wollen.
Wenn wir uns vor Krankheit und Tod fürchten, übersehen wir, dass auch dies Teil des Lebens ist. Der Kreislauf von Werden und Vergehen. Im Versuch, das Lebendige zu beherrschen, werden wir zu Beherrschten. Zu Beherrschten der Angst. Zu Gefangenen. Dann müssen wir unseren Kreis immer enger ziehen. Und dieser Kreis heißt Sicherheit.
Der Preis dafür ist ein künstliches Leben, in das wir uns immer wieder einmischen und das wir stets korrigieren müssen. Derzeit wollen wir unseren Atem mit Masken sichern, mischen neue Impfstoffe, rufen nach Überwachung und desinfizieren alles, was wir berühren. Im Versuch es zu schützen, isolieren wir uns vom Leben, so wie es ist.

Vor dem Leben Angst zu haben, macht uns zu lebenden Toten. Zu Sklaven einer Idee, die nicht wirklich ist.
Die eigentliche Apokalypse ist die in unserem Kopf.
Ihr opfern wir unser Lebendigsein und unsere Freiheit.

Was genau ist eigentlich LEBEN?
Das wäre doch mal eine gute Frage.
Eine heilsame vielleicht.

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