Die Morgen ziehen kühl übers Land. Eben noch versank die Erde in Kälte und Schlaf. Doch nun liegen die Felder in hellem Braun und warten. Himmel und Samen erwachen zugleich, wie mir scheint. Nicht mit einem Mal, sondern leise. Die Nebel heben sich aus den Wäldern. Pastell legt sich über Wiesen und Flure. Das Licht trällert in der Kehle der Amsel und begrüßt den Sonnenlauf.
Und gleich an der nächsten Biegung des Weges, nach nur einem Wimpernschlag, steht ein Baum in voller Blüte und strahlt sein unerhörtes Leuchten in den Tag. Blattspitzen recken sich aus warmer Erde und lila, gelb und weiß blitzen farbige Kelche im Gras.
Es duftet nach kalten Nächten und neuen Versprechen. Nach Beginn. Doch noch einmal.
Vielleicht.... wird es leicht... viel...leicht. Was, wenn das was sterben musste, Bedingung war. Für jetzt. Was müde war, ist aufgestanden. Wieder. Hat nicht gezögert.
Den Fragen langer Nächte zum Trotz. Unbekümmert ist es aufgewacht und bricht aus allen Poren. Es lässt mich zurück wie einen alten Kokon. Blasse Hüllen, die das Wunder verborgen haben. Schützend vielleicht oder ängstlich. Gehalten haben sie mich...und gehalten...in beiderlei Sinn. Falls mir Flügel wachsen, wüsste ich nicht, woher sie kämen, denn ich schlief. Ich erinnere mich nicht an den Winter und wer ich war....wie der Frühling.
Meine Felder liegen hell und warten.
Ob ich blühen werde oder fliegen, weiß Gott allein.

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Minika (Samstag, 28 März 2026 17:19)
Schöne innere Welten.....sehr poetisch....
Birgit-Avaleja (Dienstag, 31 März 2026)
"Zufällig" lief mir mal Deine Website über den Weg. Und dafür bin ich so dankbar.
Deine Art zu schreiben ist Poesie durch und durch. In Dir tauchen Gedanken auf, die "anders" sind und mich bewegen, die die Welt aus einer anderen Sicht wahrnehmen und mein Herz tief berühren.
Ganz vielen Dank dafür!
Birgit-Avaleja
Frauke (Dienstag, 31 März 2026 22:20)
Ganz lieben Dank für diese schönen Rückmeldungen!