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Tanz in den Mai - Beltane und Walpurgis

In der Nacht zum ersten Maientag feiern viele Menschen, besonders die Frauen, die Walpurgisnacht. Doch woher stammt dieser Ritus und was feiern wir in dieser Nacht? Lasst uns das doch einmal etwas genauer betrachten.

 

Der Ursprung des Maifestes geht zurück auf das heidnische Beltane. Als irisches Fest des Sommeranfangs, begrüßt es den Beginn der warmen Jahreszeit. Wenn Mutter Erde sich mit dem Sonnengott verbindet, zählt das zu den größten Festen des keltischen Jahreskreises. Fruchtbarkeitsriten und symbolische Hochzeiten prägen die heilige Feier des Lebens. Natur, Mensch und Tier begrüßen die helle Seite des Jahreslaufs. „ Bel-tein“ bedeutet „helles Feuer“ - und so werden zum Maienfest oft große Feuer der Reinigung entzündet, die auch als Symbol der Sonnenkraft gelten.

 

Der Maienbaum wird mit Kränzen behangen und dient als Sinnbild der Vereinigung von Mann (Baum) und Frau (Kranz). Die Häuser wurden traditionell mit Schleifen und Blumen geschmückt, um Segen und Fruchtbarkeit zu erbitten.

Beltane als Göttin trägt drei weibliche Qualitäten in sich. Die junge, blühende Jungfrau, die Verkörperung der Leidenschaft und Lust und die Fruchtbarkeit des Lebens.

Ähnlich wie beim Fest Samhain im Herbst, wird zu Beltane auch der Kontakt zur Anderswelt gesucht, hier allerdings zu den lebenspendenden Wesen, den Naturgeistern, Feen und Elfen. Erd-, Wasser-und Baumgeister werden angerufen, um die Rückkehr der Lebenskraft zu unterstützen und zu feiern.

 

Spätestens im Mittelalter war Beltane jedoch als heidnisches Fest der Katholischen Kirche ein Dorn im Auge. Und so bezeichnete sie die Mairituale als Orgien mit dem Teufel, bei der besessene Frauen auf dem Besen durchs Feuer reiten. Heil-und kräuterkundige Frauen, Hebammen, Witwen und Seherinnen wurden als Hexen bezeichnet, die über Kräfte des Teufels verfügen. Magische Geschichten rankten sich um die Rituale des Maifestes. Paarungszeremonien, wildes Gelächter, Freudentänze und Geister der Anderswelt passten so gar nicht ins Bild eines frommen Lebens und man fürchtete, der Ausdruck einer solchen Lebensfreude ließe sich nur schwer bändigen und reglementieren. Eilends bezeichnete man die Feiernden als Besessene und Hexen. Aber auch der Besen spielte dabei eine besondere Rolle. Ursprünglich stammt die Idee des Hexenbesens von den gesalbten Holzstöcken, auf denen die Katharer, die im Christentum als Ketzer galten, angeblich zu ihren geheimen Versammlungen ritten. Daraus wurde später im Volksglauben das bevorzugte Transportmittel der Hexen. Ebendiese sah man dann in einem wilden Ritt mit dem Besen über den Himmel fliegen.

 

Schriftlich wird der „Hexentanz“ jedoch erst später, nämlich erstmals 1669 von Johann Praetorius in seinem Werk „Blockes Berges Verrichtung“ erwähnt, einer Sammlung von Hexengeschichten. Mit dem "Blockesberg" war der Brocken im Harz gemeint, auf dem die Hexen tanzten. Goethe setzt in seinem „Faust“ 1808 der Hexenversammlung ein weiteres Denkmal. "Da seh ich junge Hexchen, nackt und bloß. Und alte, die sich klug verhüllen ... Komm mit! Komm mit!", spricht Mephistopheles in einer Szene des Romans. Seither weben sich unzählige Geschichten um das wilde Maienfest.

 

Die eigentliche Namensgeberin des Maifestes ist nun wiederum eine Katholische. Ein geschickter Schachzug der Kirche.  Die heilige Walburga (auch Walpurga) wurde im Jahr 710 als die Tochter des Königs von Wessex geboren. Nach dem Tod ihrer Eltern von Mönchen und Nonnen in Klöstern aufgezogen, sammelte sie dort enormes Wissen und gelangte später unter dem Einfluss ihres Onkels nach Deutschland. Dort wurde sie Äbtissin des Klosters in Heidenheim, wo sie viele Wunder bewirkt haben soll. Ihre Heiligsprechung fand am 1. Mai 870 statt. Seitdem nennt man den Vorabend zu ihrem Gedenktag Walpurgisnacht. Die heilige Walpurga gilt als Schutzpatronin gegen Missernten, Seuchen, Hungernot und böse Geister.

 

Wenn wir also Beltane oder Walpurgis feiern und in den Mai tanzen, Feuer entzünden und das Leben jauchzen, würdigen wir ein Geflecht aus alten Geschichten und Ritualen. Die Weisheit alter Völker, die Verbundenheit im Licht, Vergangenes und Kommendes, Sichtbares und Unsichtbares. Vor allem aber heben wir Begrenzungen auf und feiern das Leben.

 

Es ist die FREUDE, die das vermag. 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Monika (Donnerstag, 30 April 2026 21:26)

    Zeitgerecht und interessant Dein Beitrag zu den alten Riten, die heute noch mit viel Freude gefeiert werden...danke für Deine Erinnerung